Glaubensbekenntnis

Gott

(1) Wir glauben an den einzigen und wahren Gott, der alles erschaffen hat, was existiert, und durch seine Allmacht alles Leben erhält. Er regiert das ganze Universum nach seinem souveränen Willen.

5Mo. 6,4  Ps. 103,19  Jes. 45,5-7  1Kor. 8,4  1Th. 1,9  1Sam. 2,2  1Kön. 8,60  Jes. 45,18  Jes. 45,22  Jes. 46,9  Ps. 50,12  Hes. 18,4   Kol. 1,16

(2) Dieser Gott ist Geist und gehört deshalb nicht zur materiellen Welt. Er hat immer existiert, ist wie kein anderer und völlig unabhängig. Keiner ist größer als er oder könnte ihn beeinflussen.

Joh. 4,24   Apg. 17,24-25   Mt. 10,20   Mt. 12,28   Jer. 10,6   Hi. 36,26   Ps. 97,9

(3) Gott offenbart sich allen Kreaturen, insbesondere den Menschen, Männern und Frauen, die er ursprünglich nach seinem Ebenbild erschaffen hat.

1Mo. 1,27   Ps. 104,27-29   Apg. 17,27   Rö. 1,19   Rö. 1,20

(4) Gott ist eine Person und offenbart sich mit der Erwartung, dass die Menschen ihn erkennen und ihm gehorchen.

Ps. 53,3  Spr. 8,1-10  Ps. 46,11  Jes. 33,13  1Tim. 2,4

(5) Die Natur, so wie Gott sie erschaffen hat, ist trotz des Bösen Zeuge der Existenz, der Majestät und der Liebe Gottes, so dass der Mensch keine Entschuldigung hat, wenn er seinen Schöpfer ablehnt.

Ps. 19,2-4  Rö. 1,18-21  Am. 5,8  Hi. 38-39

(6) Gott offenbart sich auch durch das Gewissen. Die Forderungen des Gesetzes hat er in unser Herz geschrieben, so dass unsere Gedanken sich gegenseitig anklagen oder auch verteidigen. Unser Gewissen ist jedoch kein untrüglicher Maßstab für die Wahrheit, weswegen wir stets die Bibel heranziehen müssen, um zu überprüfen, was uns das Gewissen sagt.

Rö. 2,14-16  Joh. 8,9  Jer. 17,9  Prediger. 3,11

(7) Gott hat sich in der Vergangenheit Menschen direkt offenbart. Er hat Abraham und seine leiblichen Nachkommen als sein Volk erwählt, mit ihnen einen Bund geschlossen und ihnen viel Segen versprochen, sowie das zukünftige Kommen eines Retters.

1Mo. 15,18  1Mo. 35,7  Ps. 98,2  Jes. 56,1  Dan. 2,19  Am. 3,7  2Mo. 24,11  5Mo. 4,37  5Mo. 7,6-9  Jes. 11,1  Jes. 11,10  2Sam. 7,27

(8) Gott hat zuletzt und vollkommen durch seinen Sohn zu uns Menschen gesprochen. Jesus Christus hat auch die Verheißungen erfüllt, die Gott damals dem Volk Israel gegeben hatte.

Rö. 15,8  Heb. 1,2  Mt. 4,12-15  Mt. 8,17  Mt. 12,17-20  Mt. 21,4-5  Lk. 18,31  Joh. 18,9

(9) Durch Jesus Christus erkennen wir, dass Gott sich als Dreifaltigkeit offenbart. Gott ist nicht einsam, sondern in ihm sind drei Personen: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Der Vater ist von niemandem, er ist weder gezeugt noch geboren. Der Sohn ist von Ewigkeit her vom Vater ausgegangen und der Heilige Geist ist sowohl vom Vater als auch vom Sohn. Alle drei sind Gott, und dennoch sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott, der für uns unerforschlich ist und nur von sich selbst verstanden werden kann.

Joh. 1,18  1Kor. 8,6 (Vater) Joh. 1,1  Joh. 1,14  Joh. 1,18  Joh. 14,9  Kol. 1,15  Kol. 2,9  Phil. 2,6 (Sohn)  Rö. 8,9  Joh. 14,16-17   Joh. 14,23 (Heiliger Geist)

(10) Weil Gott die menschliche Sprache erfunden hat und sein Sohn Mensch geworden ist, ist es möglich, über ihn mit menschlichen Worten zu sprechen. Es ist uns dennoch nicht erlaubt, Gott durch Bilder darzustellen, als Hilfe zur Anbetung.

Joh. 1,14  Rö. 10,8  2Mo. 20,4  5Mo. 5,8  4Mo. 12,8  1Mo. 10,5

Die Heilige Schrift

(1) Die Heilige Schrift, die Bibel, wurde durch Gott, den Heiligen Geist, hervorgebracht. Sie ist Gottes Wort an uns und in allen ihren Teilen zuverlässig.

Ps. 119,160  2Petr. 1,21  Joh. 17,17  2.Tim. 3,16

(2) Gott hat Menschen erwählt, sein Wort zu schreiben. Obwohl diese Menschen Wort für Wort geschrieben haben, was Gott uns sagen wollte, hat er während diesem Vorgang ihre Persönlichkeit nicht ausgeschaltet und seine Worte nicht diktiert.

2Petr. 1,21  Jer. 30,2  Jer. 36,2  Hab. 2,2  Off. 1,11

(3) Obwohl sich jeder vergewissern kann, dass die Bibel kein reines Menschenwerk ist, kann niemand von der Wahrheit des Wortes Gottes erfahren, wenn nicht der Heilige Geist in ihm wirkt. Die Bibel kann deshalb nur mit Hilfe des Heiligen Geistes verstanden und korrekt ausgelegt werden.

1Kor. 2,14  Joh. 14,26  Mt. 2,29  Mk. 12,24  Lk. 24,32  Lk. 24,45

(4) Da die Heilige Schrift Gottes unfehlbares Wort ist, kann sie sich selbst nicht widersprechen. Dass gewisse Dinge uns wenig verständlich sind oder uns manchmal widersprüchlich erscheinen, hat in erster Linie mit unserer Begrenztheit zu tun und nicht mit der Wahrheit der Bibel.

Jes. 55,9  1Kor. 13,12  2Petr. 3,16  Joh. 17,17  Spr. 3,5  Lk. 2,50  Lk. 9,45  Lk. 24,45  Joh. 20,9

(5) Was die Dinge angeht, die für unser ewiges Heil unbedingt erforderlich sind, ist die Bibel so klar, dass nicht nur Gelehrte, sondern auch einfache Menschen sie mit Hilfe des Heiligen Geistes verstehen können.

Ps. 19,8  Ps. 119,130  1Joh. 2,20  Joh. 14,26  1Kor. 1,27  Lk. 24,4

(6) Wir brauchen zu unserem ewigen Heil nichts weiter als das, was Gott uns in der Heiligen Schrift offenbaren wollte: kein Lehramt der Kirche, keine zusätzlichen Offenbarungen. Die Bibel genügt, uns zu reifen Christen zu machen.

Ps. 119,11  Ps. 119,105  2Tim. 3,16-17  2Tim. 3,15  Rö. 15,4  Rö. 16,26

(7) Durch die Verkündigung seines machtvollen Wortes kann Gott Menschen unwiderstehlich zu sich ziehen und ihr Herz erneuern.

Jer. 23,29  Joh. 10,27  1Petr. 1,23  2Tim. 1,9  Jer. 24,7  Hebr. 8,10

(8) Wir sollten dennoch die Bibel in aller Demut und nicht ohne Gebet lesen. Da ihre Bücher in einem spezifischen kulturellen Kontext geschrieben wurden, muss sie sorgfältig ausgelegt werden. Die Geschichte, die Archäologie, das Studium der Sprachen, in denen sie geschrieben wurde, können uns dabei helfen. Wir haben jedoch nicht das Recht, das Wort Gottes zu kritisieren und dessen Richtigkeit in Frage zu stellen.

Spr. 3,34  2Kor. 10,5  2Th. 3,1  Mk. 1,15  Ps. 119,142  Ps. 119,160  Joh. 17,17

(9) Gottes Wahrheit in der Schrift hat einen universellen und zeitlosen Charakter. Sie gilt für alle Kulturen, Zeiten und Völker. Die Bibel redet nicht nur zu den Menschen der damaligen Zeit, sondern auch zu uns heute. Dabei müssen wir sorgfältig unterscheiden zwischen den Wahrheiten, die für immer gelten und den Dingen, die wir in einem bestimmten Kontext auf unsere Situation anwenden können.

Jes. 2,3  Ps. 119,160  Mt. 5,18  Rö. 15,4  1Kor. 10,11  Hebr. 3,7-8

Die Sünde

(1) Alles, was Gott am Anfang erschaffen hat, war sehr gut. Gott wollte nicht das Böse, das in unserer heutigen Welt allgegenwärtig ist. Dieses Übel hat nicht seinen Ursprung in Gott, sondern in dem Aufstand Satans und einiger Engel gegen Gott.

1Mo. 1,31  Hab. 1,13  Jes. 12,12-14  Jak. 1,13  1Joh. 3,9

(2) Das Böse ist durch die Sünde des ersten Menschen in die Welt gekommen. Obwohl Adam vollkommen und ohne Sünde geschaffen wurde, hat er mutwillig und von sich aus Gottes Gebot übertreten, indem er auf seine Frau Eva gehört hat, die ihrerseits von dem Teufel verführt wurde. Die Konsequenzen davon waren, dass die ersten Menschen ihre Schuldlosigkeit verloren haben, aus Gottes unmittelbarer Gegenwart verjagt wurden und ab diesem Tag sterben mussten.

Rö. 5,12  1Tim. 2,14  1Mo. 2,17  Jes. 59,2

(3) Durch den Fall des ersten Menschen erstrecken sich Sünde und Tod auf alle Menschen ohne Ausnahme, auch wenn sie nicht im gleichen Maße wie Adam und Eva gesündigt haben. Alle haben "in Adam" (als ihrem Stellvertreter) gesündigt und sind so zu Sündern geworden. Als solche sind sie von der Geburt an Kinder des Zorns und verdienen eine ewige Strafe. Der leibliche Tod ist nur in Vorgeschmack davon.

Rö. 5,12  Eph. 2,3  Rö. 3,23  Ps. 14,3  Rö. 3,12  Mt. 25,46  1Kor. 15,21-22  Rö. 5,14

(4) Die Sünde zerstört das Ebenbild Gottes in uns. Sie ist nicht nur die Ursache für all das Böse, die Krankheiten und den Tod, die bis heute unsere Welt bestimmen; die Sünde macht uns auch vollkommen unfähig, Gott zu finden und seinen Heilsplan zu ergreifen. Sie führt sogar dazu, dass Menschen Gottes Wahrheit unterdrücken und gegen sie kämpfen.

Rö. 1,18  Rö. 3,23  Joh. 8,34  1Kor. 2,14  Joh. 6,44  Joh. 6,65  Joh. 6,37  Eph. 2,1  Joh. 1,11  Joh. 1,5  Joh. 8,46-47

Jesus Christus und sein Werk

(1) Wir glauben, dass Jesus Christus unser einziger Helfer ist, wenn es um den Sieg über die Sünde und ihre Folgen geht. Nur durch ihn können wir den Weg zum einzig wahren Gott zurückfinden.

Joh. 14,6  Joh. 8,24  Joh. 11,25  1Kor. 15,57  Hebr. 7,19-22  2Kor. 5,15  Phil. 3,20  Hebr. 1,3

(2) Wir glauben, dass er der ewige Sohn Gottes ist, die zweite Person der Dreifaltigkeit.

Rö. 9,5  Heb. 1,3  Joh. 20,28  Mt. 16,16  Joh. 6,69  Joh. 17,5  Apg. 7,55  Mt. 28,19  Joh. 5,25  1Joh. 5,13  1Joh. 5,7  1Joh. 5,20

(3) Neben seiner göttlichen Natur nahm der Sohn auch die menschliche Natur an. Er wurde als wahrer Mensch von einer Jungfrau geboren.

Phil. 2,6-7  Joh. 1,14  Lk. 1,31-32  Rö. 8,3  Jes. 9,5

(4) In seiner Person hat Jesus Christus zwei Naturen, die göttliche und auch die menschliche. Beide sind in einer einzigen Person vereint. Diese Naturen bleiben unversehrt und vermischen sich nicht.

Joh. 4,6  Lk. 19,41  Lk. 8,23  Joh. 19,28  Mt. 4,2 (menschliche Natur)  Joh. 11,43-44  Mk. 4,39  Mk. 1,39  Mk. 2,5-7  Mt. 8,16  Mt. 14,25 (göttliche Natur)

(5) In Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters hat der Sohn Gottes die menschliche Natur wegen unserer Erlösung angenommen. Er ist es, der als Gottes Sohn für uns am Kreuz gelitten hat und gestorben ist.

Gal. 1,4  Joh. 4,34  Joh. 5,30  Joh. 6,38  Phil. 2,8  1Petr. 2,24

(6) Jesus Christus besaß einen menschlichen Geist und einen menschlichen Willen. Wie andere Menschen wurde er versucht, blieb jedoch ohne Sünde.

Mt. 16,1  Mt. 19,3  Lk. 10,25  Lk. 11,16  Mt. 4,1  Hebr. 4,15

(7) Jesus Christus nahm unsere Stelle ein und zahlte am Kreuz den Preis für unsere Sünden. Das durfte er, weil er während seines irdischen Lebens dem Vater in allen Punkten gehorsam war und sein Gesetz vollkommen erfüllt hat.

Hebr. 7,25  Rö. 5,19  Phil. 2,8  Joh. 17,4  Mt. 5,17  Kol. 2,14

(8) Er wurde für uns zur Sünde gemacht, hat unseren Fluch auf sich geladen und für unsere Übertretungen vollkommen bezahlt.

2Kor. 5,21  Rö. 4,25  Eph. 1,7  Gal. 3,13

(9) Jesus starb, wurde begraben, stand aber am dritten Tag wieder von den Toten auf und fuhr auf zu seinem Vater, zu dessen rechter Hand er nun lebt, regiert und für immer seine Gemeinde vertritt.

Apg. 10,40  1Kor. 15,4  Apg. 2,33  Apg. 7,55-56  1Petr. 3,22  Hebr. 7,25  Hebr. 10,14  1Joh. 2,1

(10) Jesus Christus ist der einzige von Gott eingesetzte Mittler zwischen den Menschen und Gott. Er ist uns König, Priester und Prophet. Er wird wieder kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten. Seine Herrschaft wird kein Ende haben.

1Tim. 2,5  Joh. 18,37  Mk. 15,2  Hebr. 2,17  Hebr. 4,14-15  Hebr. 5,5-6  1Petr. 4,5  Lk. 1,33  Jes. 9,6

(11) Ihn wollen wir schon in dieser Zeit anbeten und durch ihn unseren himmlischen Vater.

Kol. 3,17  1Kor. 10,31  Lk. 24,51-52   Joh. 9,38  Phil. 2,10  Joh. 16,23

Der Heilige Geist und sein Werk

(1) Der Heilige Geist ist die dritte Person der Dreifaltigkeit. Er ist keine unpersönliche Kraft, sondern wird mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht. Wir können ihm auch widerstehen. Die Schrift lehrt jedoch, dass wir nur den Vater und den Sohn anrufen sollten.

Jes. 63,10  Lk. 12,10  Mt. 12,31  Mk. 3,29  Joh. 14,26  Joh. 16,7-11  Rö. 8,26  Eph. 4,30  1Th. 5,19

(2) Der Heilige Geist nimmt teil an der Schöpfung und der Erlösung der Menschen neben dem Vater und dem Sohn. Der Sohn Gottes wurde Mensch durch das Wirken des Heiligen Geistes; er wurde vom Heiligen Geist erfüllt, um sein Werk auf Erden zu vollenden.

Lk. 1,35  Lk. 3,22  Mt. 1,20

(3) Das Kommen des Heiligen Geistes an Pfingsten war der Anfang eines neuen Wirkens im Leben der Gläubigen und hat die christliche Kirche gegründet.

Apg. 2,1-47  Joh. 14,17

(4) Da, wo er wirkt, schenkt der Heilige Geist geistliche Erneuerung. Er befähigt die Christen zu guten Werken. Er öffnet die Augen über die Sünde und über die notwendige Umkehr zu Gott, sodass die Kirche immer auf dem Weg der Reformation bleibt.

Joh. 14,26  Joh. 16,13  Apg. 1,8

(5) Der Heilige Geist kämpft gegen Satan und seine Dämonen. Er bewahrt die Christen vor den Angriffen des Bösen.

Mt. 12,28  2Th. 3,3  2Tim. 1,14

Gottes Erlösungswerk

(1) Allgemeine Gnade

Gottes allgemeine Gnade gilt allen Menschen. Durch diese Gnade werden die Auswirkungen der Sünde in Schranken gehalten, Sünder empfangen zahlreiche Segnungen und werden befähigt, gute Dinge zu tun. Die positiven Fortschritte der Gesellschaft sind die Früchte dieser allgemeinen Gnade. Diese Gnade reicht jedoch nicht aus, aus Menschen Kinder Gottes zu machen.

1Mo. 20,6  1Mo. 31,7  Ps. 104  Ps. 105,14  Ps. 145,9  Mt. 5,44-45  Apg. 14,17  1Tim. 4,10

(2) Vorsehung

Der allmächtige und weise Gott hat von Ewigkeit her alle Dinge bestimmt und erlaubt, die im Laufe der Geschichte stattfinden sollen. Gott lenkt und leitet beständig alle Geschöpfe und Ereignisse im ganzen Universum, sodass ohne seinen Willen nichts geschehen kann.

Das tut er in einer für uns unverständlichen Weise, die ihn dennoch keineswegs zum Autor oder zum Verursacher der Sünde macht, auch nicht in dem Sinne, dass er die Verantwortung intelligenter Geschöpfe aufhebt.

Als Gottes Kinder glauben wir, dass wir nicht dem freien Spiel der Natur ausgesetzt sind, sondern allein der göttlichen Vorsehung, sodass alle Dinge zu unserem Besten dienen und wir keinen Grund haben, an Gottes Liebe jemals zu zweifeln.

Ps. 33,13-15  Apg. 17,28  Rö. 8,28

(3) Erwählung

Die Kluft zwischen dem ewigen Schöpfer und den Menschen ist so groß, dass Gott keinerlei Verpflichtung uns gegenüber hat, auch nicht, wenn wir unser Bestes getan hätten. Alles, was Gott für uns tut, geschieht deshalb aus reiner Barmherzigkeit.

Gott erwählt seine Kinder zum ewigen Leben, nicht aufgrund eines Verdienstes in ihnen, sondern allein wegen seiner Gnade, infolge derer er die Seinen beruft, gerecht macht, heiligt und verherrlicht.

5Mo. 10,14-15  Joh. 15,16  Rö. 8,28-30  1Kor. 1,28

(4) Berufung

Gott befiehlt allen Menschen, Buße zu tun und an das Evangelium zu glauben. Viele Menschen mögen zwar diesem Ruf äußerlich folgen aber niemand kann ihm von Herzen folgen, ohne dass der Heilige Geist in ihm wirkt. Wir glauben deshalb, dass nur diejenigen, die durch den Heiligen Geist auch innerlich berufen sind, dauerhaften Glauben und ehrliche Buße hervorbringen können.

Mk. 1,15  Joh. 2,23-25  Apg. 17,30

(5) Wiedergeburt

Die Wiedergeburt hat ihren Grund in der Barmherzigkeit Gottes und der Mensch kann dazu keinen Beitrag leisten. Sie wird uns nicht aufgrund einer persönlichen Entscheidung geschenkt, sondern sie ist die Voraussetzung für jeden menschlichen Wunsch, an Gott zu glauben.

Der Wiedergeburt folgen Entscheidungen wie z.B. die Taufe oder die Bitte um Aufnahme in eine Gemeinde.

Die Wiedergeburt ist eine Erneuerung des Herzens, die der Heilige Geist bewirkt, indem er denjenigen Leben schenkt, die völlig tot in in ihren Sünden waren und deshalb bisher unfähig, Gottes Ruf zu folgen.

Bei der Wiedergeburt verändert Gott unser Denken so, dass wir sein Wort verstehen, an ihn von Herzen glauben können und in echte Freiheit versetzt werden. Wir werden zu neuen Menschen, die die Fähigkeit besitzen, nach einem heiligen Leben zu streben.

Joh. 8,31-32  Apg. 16,14  Eph. 1,13  Tit. 3,5  Jak. 1,18

(6) Glaube

Kein Mensch kann ohne den Glauben an Christus gerettet werden. Von Natur aus besitzt der Mensch diese Fähigkeit nicht, sie muss ihm von Gott geschenkt werden. Der Glaube ist deshalb das souveräne Werk Gottes im Herz eines Menschen. Er kommt zum Menschen durch die Predigt des Wortes Gottes.

Rettenden Glauben erkennt man dadurch, dass er Gottes Autorität anerkennt sowie das, was in seinem Wort in Bezug auf Christus und sein Erlösungswerk geschrieben steht. Rettender Glaube akzeptiert und vertraut Christus allein für seine Rechtfertigung und das ewige Leben.

Diesen von Gott gewirkten Glaube kann uns niemand nehmen. Es ist Jesus selbst, der für die Seinen Fürbitte tut, dass dieser nicht aufhört. Durch Gottes Macht werden wir durch den Glauben bewahrt zur endgültigen Rettung.

Rö. 10,10  Joh. 6,29   Joh. 10,26

(7) Buße

Buße und echter Glaube gehören zusammen. In der Buße stellt der Heilige Geist uns die Sünden vor Augen, so dass wir uns selbst demütigen und unser Verhalten zutiefst bereuen, dahingehend, dass wir wünschen, vor Gott so zu leben, wie es ihm in allen Dingen gefällt.

Apg. 11,18

(8) Rechtfertigung

Rechtfertigung ruht nicht auf irgend etwas Gutem im Menschen, oder auf menschlichen Taten nach der Wiedergeburt, sondern allein auf dem Gehorsam Christi und seinem stellvertretenden Tod am Kreuz.

Sie ist Gottes gnädiger und völliger Freispruch von Sündern, die an Christus glauben und Buße tun. Christi vollkommene Gerechtigkeit wird ihnen durch den Glauben zugerechnet.

Rö. 3, 21-30

(9) Heiligung

Diejenigen, die berufen und gerechtfertigt worden sind, werden mit Jesus Christus eins gemacht. Sie werden geheiligt durch Gottes Wort und den innewohnenden Geist Gottes. Diese Heiligung geschieht fortschreitend durch Gottes Kraft. Gotteskinder bleiben in diesem Leben schwach und fallen oft, sie möchten jedoch ihre Sünden bereuen, Jesus Christus aufrichtig nachfolgen und seine Gebote halten.

1Th. 2,13  Joh. 17,17

(10) Verherrlichung

Diejenigen, die Gott durch Jesus Christus gerechtfertigt hat und durch seinen Geist geheiligt hat, werden niemals das Heil verlieren, sondern ausharren bis zum Ende ihres irdischen Lebens.

Obwohl sie in Sünde fallen mögen durch Nachlässigkeit und Versuchung, und dabei den Heiligen Geist zutiefst betrüben, sollen sie dennoch wieder zur Buße erneuert, durch Gottes Kraft im Glauben bis zum Ende bewahrt und mit Christus verherrlicht werden.

Rö. 8,28-30  Joh. 10,27-30

Das Leben eines Christen

(1) Wahre Frömmigkeit

Wahre Frömmigkeit wird nicht durch menschliche Anstrengungen ohne göttlichen Einfluss hervorgebracht. Sie ist das Ergebnis der Wiedergeburt und die Frucht des Heiligen Geistes.

Sie ist weder die Suche nach verborgenen Kräften in uns, noch das Resultat eines höheren Bewusstseins, sondern entsteht durch ein Leben in Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott und seiner Gemeinde.

Eph. 4,15-16  Kol. 2,9-10

(2) Die Gnadenmittel

Der Heilige Geist schenkt uns Gnade und erhält das geistliche Leben in uns, indem er das Wort Gottes, das wir in der Gemeinde durch die Predigt und die Teilnahme an Taufe und Abendmahl immer wieder hören, auf unser Herz und unseren Geist anwendet.

Gottes Geist lehrt uns Demut, Gehorsam und führt uns zu einer liebenden Gemeinschaft mit anderen Gläubigen.

1 Joh. 4,7-8

(3) Die Kennzeichen eines echten Christen

Echte Frömmigkeit zeigt sich durch ein vom Wort Gottes geprägtes Leben, in dem unsere Worte und Taten, immer mehr an Jesus Christus erinnern.

Sie ist ein ständiges Wachstum, indem wir uns selbst verleugnen, „unser Kreuz tragen“ und Christus nachfolgen.

2 Kor. 3,18  Lk. 14,27

(4) Geistliche Erfahrungen

Wenn wir kontinuierlich in Gemeinschaft mit dem Vater und seinen Kindern leben, erfahren wir Gottes Gegenwart. Wir wünschen uns, von ihm als Werkzeuge gebraucht zu werden. Dieses Leben wird zu einem Vorgeschmack der kommenden Herrlichkeit.

1. Joh. 1,3

Die Gemeinde

(1) Das Wesen der Gemeinde

Wir verstehen Gemeinde sowohl als die „unsichtbare“ Gemeinschaft, die sich zusammensetzt aus allen wahren Gläubigen (die allein Gott kennt) als auch als die „sichtbare“ Einrichtung, welche aus allen Christen besteht, die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen wollen.

Sichtbare Gemeinde ist überall da, wo Gottes Wort treu gepredigt, Taufe und Abendmahl bewahrt und Gemeindezucht ausgeübt werden. Obwohl jede Ortsgemeinde nur ein Teil der weltweiten Gemeinde bildet, ist diese mit ihren Gaben und Ämtern völlig unabhängig.

Apg. 2,47  1. Kor. 1,2

(2) Ämter der Gemeinde

Jesus Christus ist das Haupt der Gemeinde. Seinem geistlichen Leib, der Gemeinde, hat er die nötige Autorität gegeben, das Evangelium zu verkündigen, Taufe und Abendmahl zu verwalten, geistliche Zucht auszuüben.

Die biblischen Ämter der Gemeinde sind die Pastoren/Ältesten und die Diakone. Diese Ämter dürfen nur von geeigneten männlichen Personen ausgeübt werden.

Mt. 18,15-18  28,18-20  1. Kor. 11,3  1. Tim. 3,1-13

(3) Geistesgaben

Jedes Gotteskind wird bei der Wiedergeburt mit dem Heiligen Geist “getauft”. Obwohl ein Christ geistliche „Höhen“ und „Tiefen“ haben kann, gibt es keinen Christen erster und zweiter Klasse.

Der Heilige Geist schenkt jedem Gaben, die zur Erbauung der gesamten Gemeinde eingesetzt werden sollen. Das tut er, wie er will und wann er will. Wir glauben jedoch nicht, dass gewisse Ämter, wie das apostolische oder das prophetische, heute fortgesetzt werden. Sie dienten als Fundament, auf dem die Gemeinde erbaut worden ist.

Der Heiligen Schrift darf deshalb nichts hinzugefügt oder weggenommen werden. Sie allein dient als Maßstab für alle unsere geistlichen Erfahrungen.

Apg. 11,16  1 Kor. 12,13  1 Kor. 14,32  Eph. 2,20  1. Kor. 12,11  1 Kor. 14,32

(4) Gottesdienst

Der Gottesdienst ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gemeinde. Gott selbst bestimmt in der Bibel, wie er angebetet werden möchte. Dies beinhaltet den Lobgesang, das Gebet, die Verkündigung seines Wortes, die Verwaltung von Taufe und Abendmahl, sowie Geldopfer.

1. Kor. 11,20 14,26

(5) Die Sakramente

Sakramente sind von Jesus Christus verordnet. Sie stellen äußerliche Zeichen der Gnade dar, die Gott uns in Christus schenkt. Wir erkennen zwei Sakramente an: die Wassertaufe und das Abendmahl.

Mt. 28,19  Lk. 22,17-20

(6) Die Wassertaufe

Die Taufe ist ein Wahrzeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk und ein ausdrückliches Gebot des Herrn Jesus Christus. Sie ist ein Gehorsamsschritt und wichtig zum Heil, denn es steht geschrieben: Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden.

Die Taufe wird mit Wasser durch Älteste vollzogen, auf den Namen des Sohnes, des Vaters und des Heiligen Geistes.

Sie schenkt keine Wiedergeburt, sondern ist das äußerliche Zeichen einer inwendigen Veränderung, die Gott an uns durch seinen Geist vollzieht.

Sie deutet auf die Gemeinschaft mit dem Tod und der Auferstehung Christi, auf die Vergebung der Sünden, auf die Gabe des Heiligen Geistes hin und ist die Bitte an Gott um ein reines Gewissen.

Mk. 16,16

(7) Das Abendmahl

Das Abendmahl ist von Jesus Christus angeordnet und soll mit Brot und Wein (oder Traubensaft) regelmäßig durchgeführt werden. Es stellt kein wiederkehrendes Opfer dar, wie im Alten Testament, sondern soll uns an den Tod des Herrn erinnern und unseren Glauben bekräftigen.

Es ist ein Versprechen, eine Zusicherung und eine Erneuerung der Gemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn und eine enge Gemeinschaft der Gläubigen in der Ortsgemeinde. Im Abendmahl ist Jesus Christus gegenwärtig, jedoch nicht leiblich, sondern geistlich.

Zum Abendmahl werden nur getaufte Christen zugelassen, die den Leib Christi unterscheiden können und ihm gehorsam sein wollen.

Lk. 22,19  Mt. 26,26  1 Kor. 11,25  1 Kor. 11,29  Hebr. 7,27

Glaube und Tradition

(1) Apostolische Tradition

Wir wollen uns an dem Glaubensinhalt orientieren, der uns ein für allemal durch die Apostel Jesu überliefert worden ist.

Dieser verbindliche Glaube ist allein in der Heiligen Schrift, der Bibel, enthalten. Die apostolischen Kirchen pflegten sicherlich andere Traditionen, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden, aber diese Traditionen sind nicht für alle Generationen von Christen verbindlich.

Jud. 3  1 Kor. 11,2  Eph. 4,5  Phil. 4,9  Kol. 2,8  2. Petr. 3,16  2. Tim. 3,16

(2) Glaubensbekenntnisse

Allein die Heilige Schrift dient als endgültige Norm für unseren Glauben. Sie kann nicht irren. Alle Traditionen müssen an ihr gemessen werden.

Im Laufe der Kirchengeschichte sind zahlreiche Glaubensbekenntnisse geschrieben worden. Wir beachten viele dieser Schreiben als wertvoll, insbesondere die Bekenntnisse der Reformation. Wir glauben jedoch nicht, dass sie unfehlbar sind.

Wir schätzen manche Glaubensbekenntnisse der Frühzeit (Apostolikum, Nicäno-Konstantinopolitanum, Athanasianum) sowie die Bekenntnisse der Reformation (u.a. Augsburger Konfession von 1530, Niederländisches Bekenntnis von 1561, Heidelberger Katechismus von 1563, Zweites Helvetisches Bekenntnis von 1564, Dordrechter Lehrregel von 1619, Westminster-Bekenntnis von 1647, Baptistisches Glaubensbekenntnis von 1689).

Wir schätzen auch Dokumente, die in der heutigen Zeit entstanden sind, wie zum Beispiel die Berliner Erklärung von 1909, die Barmer Erklärung von 1934 und die Chicago-Erklärung von 1978.

(3) Sonntag und Feiertage

Obwohl wir der Meinung sind, dass kein Tag wichtiger ist als der andere, stellen wir fest, dass die Gemeinde des Neuen Testaments die Gewohnheit hatte, sich am Sonntag zu versammeln. An diesem Tag wurde das Wort Gottes öffentlich gelesen und ausgelegt. An diesem Tag beteten die Christen, sangen Loblieder und ermutigten sich gegenseitig.

Der Sinn des Sonntages ist es, diesen als einen Tag der Auferstehung Christi und der Erlösung seines Volkes zu feiern.

Gerne feiern wir auch christliche Feiertage wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten, ohne uns von Elementen heidnischen Ursprungs vom Wesentlichen abhalten zu lassen.

Rö. 14, 5  Apg. 20, 7  1. Kor. 16, 2

Mission und Evangelisation

(1) Zeugnis durch Wort

Von Christus selbst hat die Gemeinde den wichtigen Auftrag erhalten, das Evangelium in der ganzen Welt zu verkündigen und Menschen zu Jüngern zu machen.

Wie damals in Jerusalem, wird heute dieser Befehl in dem unmittelbaren Umfeld der Ortsgemeinde durchgeführt, wenn die Gute Nachricht von der Kanzel gepredigt wird, aber auch wenn Christen ihrem Nächsten Zeugnis geben.

Dieser Befehl verlangt auch, dass wir an andere Orte gehen und Boten in ferne Länder schicken, um das Wort Gottes zu predigen und neue Gemeinden zu bauen.

Mt. 28,19-20  Mt. 24,14  Joh. 17,18  Rö. 15,20 16 26  Apg. 14

(2) Zeugnis durch Tat

Wir glauben, dass die Verkündigung des Evangeliums auch wichtige soziale Konsequenzen hat, dadurch dass Menschen von ihren bösen Taten umkehren und durch die Liebe Gottes verändert werden.

Angesichts der Armut, des Elends und der Ungerechtigkeit in dieser Welt, sollten Christen Barmherzigkeit und Liebe im Namen Jesu üben. Denn so wird die Welt glauben, dass Jesus Christus uns tatsächlich verändern kann.

Joh. 13,35  Tit. 3,1 Phil. 4,5  1Petr. 3,8  Rö. 12,17

(3) Transformation der Gesellschaft

Gottes Heilsplan ist es, die abgefallene Welt zu verändern, die negativen Folgen der Sünde rückgängig zu machen und seine Ordnung wieder herzustellen.

Dies wird nicht geschehen, wenn wir versuchen, die Strukturen der Gesellschaft äußerlich zu verbessern, sondern wenn die Gemeinde dem Missionsbefehl Jesu gehorcht.

Diese Transformation wird erst dann vollendet, wenn Jesus Christus wiederkommt. Wir glauben deshalb nicht, dass vollkommene Gerechtigkeit in dieser jetzigen Welt möglich ist.

Apg. 19,18-19  Apg. 26,20  Rö. 12,21

Gesetz und Ethik

(1) Das natürliche Gesetz

Das Gesetz, das am Berg Sinai gegeben wurde und in denZehn Geboten zusammengefasstist, ist Ausdruck der Gnade Gottes und offenbart seine gerechten Anforderungen an die Menschheit. Menschen werden am Jüngsten Tag durch Gottes Gesetz gerichtet.

Ein wichtiges Ziel des Gesetzes besteht darin, unser verdorbene Natur aufzudecken, so dass, wenn wir uns selbst daran prüfen, wir unsere Sünden erkennen und merken wie nötig wir einen Erlöser haben.

2 Mo. 20  Rö. 2,15  Rö. 3,19-20

(2) Das mosaische Gesetz

Obwohl das mosaische Gesetz als Einheit betrachtet werden muss, beinhaltete es sowohl moralische Bestandteile, die als dauerhafte Regel für unsere Frömmigkeit dienen sollen als auch zeremonielle und rechtliche Bestandteile, die damals für das Volk Israel verbindlich waren und später durch Jesus Christus erfüllt wurden.

Jesus Christus ist das Ende des Gesetzes in dem Sinne, dass er das Gesetz in allen seinen Bestandteilen erfüllt hat und am Kreuz den Fluch des Gesetzes für uns getragen hat.

Obwohl Christen nicht mehr durch das Gesetz gerechtfertigt werden, ist es dennoch für sie wie auch für andere von großem Nutzen, und sie sollen dem Gesetz aus Dankbarkeit gehorchen.

Lk. 16,17  Rö. 3,31  Rö. 7,12  1Tim. 1,8  Rö. 10,4  Gal. 3,13  Rö. 3,28  Rö. 10,4  Rö. 13,10

(3) Gewissensfreiheit

Die Staatsgewalt ist von Gott angeordnet. Wir sollen uns deshalb der Obrigkeit in allen Angelegenheiten von Gesetzen unterordnen, die von ihr befohlen werden. Dies tun wir nicht nur wegen der Strafe, sondern auch wegen eines guten Gewissens.

Gott allein ist Herr des Gewissens und möchte nicht, dass Menschen uns Vorschriften machen, die gegen sein Wort verstoßen.

Rö. 13,1-5  Kol. 2,16

(3) Ehe und sexuelle Ethik

Wir verstehen Ehe als eine hingebungsvolle, lebenslange Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau.

Sexuelle Bedürfnisse dürfen nur innerhalb dieser heiligen Gemeinschaft befriedigt werden. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind von Gott nicht gewollt, genauso wie sexuelle Aktivitäten außerhalb der Ehe.

Wenn der Herr schenkt, dass Kinder aus einer Ehe hervorgehen, sollen diese Kinder liebevoll und christlich erzogen werden. Es ist auch möglich, Kinder zu adoptieren. Diese Kinder sollen genauso wie leibliche Kinder geliebt werden, da uns Gott auch in Christus angenommen hat.

Ehescheidung ist nur im Fall eines schweren Ehebruchs erlaubt. Wer nicht imstande ist, dem apostolischen Rat zur Ehelosigkeit zu folgen, mag unter Gottes Führung eine weitere Ehe eingehen.

1Mo. 2,24  Mt. 19,6  3Mo. 20,13  Rö. 1,24-27  Mt. 5,32  Mt. 19,9

(4) Familienplanung

Verantwortungsvolle Empfängnisverhütung ist erlaubt, insofern ein bereits erzeugtes Embryo nicht abgetrieben wird. Wir lehnen Schwangerschaftsabbrüche kategorisch ab, es sei denn, das Leben der Mutter steht in Gefahr und kann nicht anders gerettet werden.

Die Fähigkeit, Leben zu geben, ist eine Gabe Gottes, sodass künstliche Befruchtung nicht unbedingt dem Willen Gottes entspricht.

2Mo. 20,13  1Sam. 1,5-6 19-20

(5) Ärztliche Hilfe

Krankheit ist eine Folge des Sündenfalls. Es ist jedoch für Christen legitim, auf die Mittel der modernen Medizin zurückzugreifen, sofern die Philosophie hinter diesen Mitteln nicht dem biblischen Glauben widerspricht.

Organtransplantation kann notfalls in Anspruch genommen werden. Christen können auch ihre Organe nach dem Hirntod spenden.

Lk. 5,31  2Kor. 5,1

(6) Sterbehilfe

Genauso wie Gott das Leben schenkt, ist er auch der einzige, der über das Ende des Lebens entscheiden darf. Wir lehnen deshalb Selbstmord und Euthanasie kategorisch ab.

Passive Sterbehilfe ist nur legitim, wenn man den Schmerz lindern und die Beendigung des Lebens erträglich machen will.

Künstliche lebenserhaltende Maßnahmen sind erlaubt.

Hi. 1, 21  1Mo. 20,13

Endzeitlehre

(1) Der Zustand nach dem Tod

Der leibliche Tod ist nicht das Ende unser Existenz. Während der menschliche Körper nach dem Tod verwest, lebt die Seele des Verstorbenen weiter.

Die Seele eines erlösten Menschen kehrt zu Gott zurück und befindet sich sofort in einem Zustand der Seligkeit, wo sie auf die letzte Auferstehung wartet.

Die Seele eines verlorenen Menschen wird nach dem Tod nicht vernichtet, sondern in der Finsternis zum Endgericht aufbewahrt. Dort bekommt sie schon das Gericht Gottes zu spüren.

Lk. 23,43  Phil. 1,23  Lk. 16,19-31

(2) Die Endzeit und die Wiederkunft des Herrn

Die Auferstehung Jesu, gefolgt von der Ausgießung des Heiligen Geistes, ist der Anfang eines neuen Abschnitts in der Heilsgeschichte. Die Bibel nennt sie Endzeit.

In dieser Endzeit erfährt der Christ bereits die Macht des kommenden Zeitalters, aber viele Vorteile kann er noch nicht voll genießen. Dies wird erst geschehen, wenn Jesus Christus wiederkommt. Die Bibel ruft uns zur Wachsamkeit auf, ohne dennoch zu sagen, wann Christus genau wiederkommen wird.

Warnzeichen dieser Wiederkunft werden in der Schrift genannt:

- Das Evangelium soll allen Völkern der Erde verkündigt worden sein.

- Katastrophen, natürliche Phänomene sowie das Böse nehmen auf der Erde zu.

- Falsche Lehrer treten verstärkt auf und viele fallen vom Glauben ab.

- Menschen aus dem jüdischen Volk bekehren sich zunehmend.

Einige von uns sehen gewisse eschatologische Zeichen als bereits erfüllt. Wir verwerfen jedoch die Idee, dass die leibliche Wiederkunft Jesu sowie die letzte Auferstehung bereits stattgefunden haben.

Mt. 28,6  Apg. 2  Hebr. 1,2  Apg. 1,7 11  Mt. 24,14  Mt. 24,6-7  Mt. 24,10-11  Röm. 11,25-32  Off. 20,13  Mt. 25,31

(3) Die letzte Auferstehung und das Endgericht

Gott hat einen Tag festgesetzt, an dem er durch Jesus Christus die Welt in Gerechtigkeit richten wird.

An diesem Tag werden die Toten, sowohl die Gerechten als auch die Ungerechten, leiblich auferstehen. Beide werden einen neuen Körper empfangen, ohne dass ihre frühere Identität verloren geht.

Jeder soll empfangen entsprechend seiner Taten: Die Gerechten das ewige Leben bei Gott, die Ungerechten die ewige Verdammnis.

Die Gerechten werden immer bei Gott sein. Sie werden sich auf seine Gegenwart freuen und dieses Glück wird kein Ende haben.

Die Ungerechten werden ferne von jeder Seligkeit aufbewahrt werden. Sie werden nie mehr Buße tun können und Ihr Leid wird nicht aufhören.

Off. 20,11-15  Mt. 25  Off. 20,4-13  Off. 20,11-15  Off. 21,3  Off. 20,15  Mk. 9,47-48

(4) Tausendjähriges Reich

Wir bekennen, dass unser Wissen Stückwerk ist und betrachten deshalb die Frage des tausendjährigen Reichs als nicht wesentlich.

Einige von uns erwarten ein irdisches Reich nach der Wiederkunft Jesu und vor dem Endgericht, in dem gewisse Prophetien des Alten Testaments sich noch erfüllen sollen (Premillenialisten). Andere verstehen dieses Reich als einen ständigen Fortschritt der Gemeinde vor der Wiederkunft Jesu (Postmillenialisten), während noch andere denken, dass dieses Reich die geistliche Herrschaft der Gemeinde im jetzigen Zeitalter symbolisiert (Amillenialisten).

Off. 20,1-7