Im Brief des Paulus an die Kolosser lesen wir folgende Verse:

Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus. So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus. Kolosser 2,15-17

Indem er die Forderungen des Gesetzes erfüllt hat, hat Christus die dämonischen Mächte entmachtet (Kol. 1,16; 2,10). Er hat diese finsteren Gewalten am Kreuz besiegt.

Im Alten Testament war der Gottesdienst, der Gott gefiel, nicht in erster Linie zeremoniell. Anbetung war Beziehungssache. Die Herzenseinstellung war der wichtigste Bestandteil der Beziehung zu Gott:

Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. Psalm 40,7-9

Eine wichtige Voraussetzung für den Gottesdienst Israels war, dass Gott in der Mitte seines Volkes bleibe. Das heißt, er sollte tagtäglich erfahrbar sein, nicht nur am Sabbat:

Ich will meine Wohnung unter euch haben und will euch nicht verwerfen. Und ich will unter euch wandeln und will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. 3.Mose 26,11-12

Johannes sagt in seinem ersten Brief:

Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 1.Johannes 1,9

Eine Bedingung wird gestellt, bevor Gott unsere Sünden vergeben kann: wir müssen sie bekennen. Sünden bekennen heißt nicht, dass wir sie in einem Gebet mechanisch herunterleiern sollen, ohne das gerinste Gefühl, sondern dass uns bewusst wird, was sündigen bedeutet. Es geht auch nicht in erster Linie, dass wir in Selbstmitleid versinken und denken: warum kann ich kein besserer Mensch sein. Nein, es muss uns klar sein, dass unsere Sünden ein Angriff gegen Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit darstellen. Unsere Sünde richtet sich gegen Gott selbst.

David erkennt im Bußpsalm 51, Vers 6:

An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du Recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.

David und GoliatDas Alte Testament enthält viele Erzählungen, die schattenhaft auf unseren Herrn Jesus Christus hinweisen. Eine davon ist der Sieg Davids über den Riesen Goliat. Wir finden diese Geschichte in 1. Buch Samuel, Kapitel 17.

Goliat war sehr groß (weit über zwei Meter) und sehr schwer bewaffnet. Er trug einen Schuppenpanzer, der ca. 60 kg wog und seinen ganzen Körper schützte, ohne seine Beweglichkeit einzuschränken. Allein die eiserne Spitze seines Speers war 7 kg schwer und konnte mit voller Wucht jeden Schild durchbrechen. Goliat soll den Israeliten eine solche Angst eingejagt haben, dass kein Held sich gegen ihn wagte. Goliat ist deshalb ein Bild für den Teufel, Gottes Widersacher, der die Menschen unter seiner Schreckensherrschaft hält, dadurch dass er sie anklagt.

Wir leben in einer Zeit, in der Intoleranz und religiöser Fanatismus immer mehr an Boden gewinnen. Natürlich befürwortet noch die größte Mehrheit der Menschen Frieden und gegenseitigen Respekt, aber die Terrorakte von Paris und San Bernardino (wir reden nicht von den Anschlägen, die täglich in gewissen Ländern stattfinden) zeigen uns, dass zahlreiche Menschen ein anderes Gesellschaftsmodell als unseres befürworten. Der radikale Islam zum Beispiel ist der Auffassung, dass Gerechtigkeit auf Erden nur möglich ist, wenn die Scharia umgesetzt wird. Für Jihadisten lohnt es sich deshalb, ihr Leben für dieses Ziel zu geben, wie Menschen bei uns damals ihr Leben für die Demokratie eingesetzt haben.

Was ist die Antwort unserer Gesellschaft zum religiösen Fanatismus?

Einige sind der Meinung, dass man die Religion lieber abschaffen und einen Kult der Vernunft befürworten sollte (wie zur Zeit der franz. Revolution). Es ist interessant zu sehen, was aus dieser Idee geworden ist: ein noch größerer Schrecken!

Andere vertreten dagegen die Ansicht, dass jede Religion respektiert werden sollte, weil sie einen Teil der Wahrheit enthält. Fanatiker wären sowieso nicht repräsentativ und nur eine kleine Minderheit bilden.