Glaube ist beharrlich

In Hebräer 6, 4-6 lesen wir:

Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am Heiligen Geist und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen.

Diese Worte erschecken viele Christen, denn sie erwähnen die Unmöglichkeit einer Erneuerung für diejenigen, die den Glauben aufgegeben haben. Hier geht es um Menschen, die sich irgendwann entschieden haben, Gott nachzufolgen, aber dann plötzlich aufgehört, an ihn zu glauben. Der Glaube, den sie bisher gehabt haben, erscheint ihnen auf einmal sinnlos. Sie geben ihre Hoffnung auf und kehren zu dem Leben zurück, das sie früher geführt haben. Die folgenden Verse (insbesondere 7 und 8) lassen keinen Zweifel zu, was die Zukunft dieser Menschen angeht. Sie sind verflucht und werden der Hölle nicht entfliehen.

Können diese Menschen, solange sie am Leben sind, noch Buße tun? Selbst wünschen sie das nicht, aber die Frage ist, ob andere in der Lage sind, ihnen dabei zu helfen. Können andere Christen mit ihrem Gebet und ihren Argumenten, eine Umkehr bei diesen Menschen erzwingen? Der Hebräerbrief sagt: nein, es ist unmöglich! Man kann sie nicht mehr zur Buße erneuern.

Wir wollen 2 Fragen beantworten:

  1. Sind in diesem Text wirklich echte Christen gemeint?
  2. Welche Sünde macht ihre Erneuerung unmöglich?

Von wem ist hier die Rede? Sind echte Christen gemeint?

Die Rede ist von Menschen, die erleuchtet worden sind. Sie haben Licht empfangen, so dass sie wussten, was sie glaubten. Sie haben erkannt, dass Jesus Christus das Licht der Welt ist (Joh. 8,12). Das sind Menschen, welche die himmlische Gabe geschmeckt haben. Sie haben erkannt, dass Jesus Christus das Brot vom Himmel ist (Joh. 6,35). Sie haben geschmeckt und gesehen, wie freundlich der Herr ist (Ps. 34,9). Das sind Menschen, die Anteil am Heiligen Geist gehabt haben. Jesus hat seinen Jüngern versprochen, dass er ihnen den Heiligen Geist senden würde, und dass er sie alles lehren würde und sie an alles erinnern würde, was er gesagt hat (Joh. 14,26). Die Personen, die hier abgefallen sind, haben eine Zeit lang das Zeugnis des Heiligen Geistes empfangen. Diese Mensch waren in der Lage, zu sagen, dass das Wort Gottes gut ist (1.Petr. 2,1-3). Sie haben Anteil an die Kräft der zukünftigen Welt gehabt. Das heißt, sie waren Zeugen von Wundern, die geschehen sind und haben möglicherweise solche Wunder vollzogen. Viel spricht dafür, dass wir in diesem Text mit echten Christen zu tun haben, zumindest mit Menschen, die das Richtige geglaubt haben und als Jünger Jesu gelebt haben.

Etwas fehlt trotzdem diesen Menschen? Die Verse 1 bis 3 deuten darauf hin, dass sei im Glauben nicht erwachsen waren. Sie sind am Anfang geblieben.

Denken wir auch zum Beispiel an Judas Iskariot! Passt, was bisher gesagt wurde zu Judas? Ja, keine Frage! Und trotzdem war Judas kein echter Christ. Die Evangelien sagen, dass er ein Dieb war und von der gemeinsamen Kasse nahm.Sein Herz wurde nicht wirklich verändert.

Also die Antwort zu der Frage "Sind diese Menschen echte Christen?" lautet: Nein, sie sind es nicht, weil sie nicht beharrt haben. Wie wir sehen werden, beharrt ein wahrer Christ im Glauben an Jesus.

Welche Sünde ist hier gemeint?

Der Hebräerbrief sagt, dass diese Menschen "abgefallen" sind. Wovon sind sie abgefallen? Der Gedanke ist nicht, dass sie eine oder mehrere schlimme Sünde begangen hätten und am Boden zerstört wären.Sie fragen sich auch nicht, ob sie dadurch ihr Heil verloren hätten. Nein, sie haben willentlich und endgültig Christus den Rücken gekehrt. Sie haben nach reifer Überlegung weggeworfen, was sie bisher geglaubt haben. Sie haben sich vom richtigen Weg entfernt. Für solche Menschen ist Buße ausgeschlossen, weil sie durch ihren Abfall den abgelehnt haben, der sie gerettet hätte.

Warum sagt der Autor des Briefes, dass sie für sich selbst den Sohn Gottes erneut kreuzigen? Es ist, um deutlich zu machen, dass jemand, der Christus als Heilsweg ablehnt, eine unverzeihliche Sünde begeht. Würde er später seine Entscheidung bereuen, würde er Christus zum Spott machen. Aber könnte er das? Nein, das is nur eine reine Hypothese!

Was lehrt die Bibel über die Heilsgewissheit?

Die Heilige Schrift lehrt nicht, dass jemand, der Jesus in der Öffentlichkeit bekannt hat und sich eine Zeit lang einer Gemeinde angeschlossen hat, nicht verloren gehen kann. Sie lehrt auch nicht, dass eine menschliche Bekehrung ausreicht, um für immer gerettet zu sein. Die Bibel lehrt, dass Gott in Wirklichkeit derjenige ist, der rettet. Nicht der Mensch rettet sich selbst und sichert sein ewiges Heil, sondern Gott rettet ihn und schenkt ihm dauerhaft seinen Geist.

Die Heilige Schrift lehrt auch die Beharrlichkeit der Heiligen. Ein Mensch, der von Gott zu einem neuen Leben wiedergeboren wurde, kann nicht verloren gehen, weil Gott ihn bewahrt. Gott wirkt in ihm so, dass dieser Menschen nicht abfallen kann. Paulus lehrt in Römer 8, V. 28-30:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.

Maßgeblich ist deshalb keine menschliche Enstcheidung, sonder der Ratschluss Gottes selbst. Aber wenn es so ist, wenn Gott der Anfänger des Glaubens ist, wie kann ich wissen, ob ich einen solchen Glauben habe? Wie kann ich gewiss sein, dass ich wirklich gerettet bin? Ist eine solche Gewißheit möglich?

Die Antwort ist ja! Wahrer Glaube hat besondere Eigenschaften, die ihn als authentisch kennzeichnen. Wahrer Glaube tut, was Gott befiehlt. Wahrer Glaube stellt nicht in Frage, was Gott sagt. Wahrer Glaube vertraut Gott. Wahrer Glaube ist demütig und erkennt, dass Gott derjenige ist, der uns trägt und nicht wir selbst. Wahrer Glaube ist beharrlich.

Jesus sagt in Johannes 10, V. 27-29:

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen.