Die Sünden bekennen

Johannes sagt in seinem ersten Brief:

Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 1.Johannes 1,9

Eine Bedingung wird gestellt, bevor Gott unsere Sünden vergeben kann: wir müssen sie bekennen. Sünden bekennen heißt nicht, dass wir sie in einem Gebet mechanisch herunterleiern sollen, ohne das gerinste Gefühl, sondern dass uns bewusst wird, was sündigen bedeutet. Es geht auch nicht in erster Linie, dass wir in Selbstmitleid versinken und denken: warum kann ich kein besserer Mensch sein. Nein, es muss uns klar sein, dass unsere Sünden ein Angriff gegen Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit darstellen. Unsere Sünde richtet sich gegen Gott selbst.

David erkennt im Bußpsalm 51, Vers 6:

An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du Recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.

Wenn wir unsere Sünden bekennen, erkennen wir gleichzeitig, dass Gott Recht hat, wenn er uns verurteilt. Seie Urteil ist richtig. Seine Gebote sind die absolute Norm, die uns zeigt, was recht und unrecht ist.

Dann lesen wir, dass wenn wir unsere Sünden bekennen, Gott treu und gerecht ist, dass er sie uns vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reinigt. Wir finden in dem Vers zwei wichtigen Aussagen, die wir unbedingt erläutern müssen:
(1) Die erste ist, dass Gott treu ist.
(2) Die zweite Aussage ist, dass Gott gerecht ist.

Gott ist treu, weil es seinem volkommenen Wesen entspricht. Er hält, was er verspricht. Er hat versprochen, dass er unsere Sünden vergeben will, er tut das. Jesaja verkündet im Kapitel 55 seines Buches:

Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.

Die Treue Gottes offenbart auch seine Liebe. Gott möchte nicht den Tod des Sünders. Er will, dass dieser umkehrt und Vergebung erfährt.

Gott ist auch gerecht. Wie kann Gott gerecht sein, indem er Sünden vergibt und Sünder reinigst? Wäre er nicht gerechter, wenn er Sünder wegen ihrer Sünden bestrafen würde?
Gemeint ist hier, dass Gott eine gerechte Grundlage gefunden hat, um die Sünden zu vergeben. Diese gerechte Grundlage ist das Werk seines Sohnes. Jesus Christus hat alle Gerechtigkeit erfüllt, indem er die gerechte Strafe Gottes abgewendet hat. Er hat diese Strafe am Kreuz selber ertragen. Dadurch kann Gott Sündern vergeben, die sich an ihn im Namen seines Sohnes wenden.

Wir können getrost sein, dass wir Frieden mit Gott finden, wenn wir unsere Sünden vergeben und auf das Werk seines Sohnes vertrauen.