Eine Entdeckungsreise durch die Bibel

Die Bibel ist nicht nur das meist gelesene Buch der Welt im Laufer der Jahrhunderte, es ist vor allem Gottes Offenbarung an uns Menschen. Ohne eine solche Offenbarung würden wir zwar wissen, dass es einen Gott gibt (Röm. 1,19-20), wir würden aber nicht seinen ewigen Plan wissen. Wir, von der Immanuelgemeinde Worms, glauben, dass die Bibel nicht nur eine Menschenerfindung ist, sondern auch von Gott inspiriert wurde, und dass sie zuverlässige Antworten zu vielen Fragen über den Sinn des Lebens gibt.

Die Bibel besteht aus 2 Teilen:

  • die hebräische Bibel, oder Altes Testament, enthält 39 Bücher, die über einen Zeitraum von 1000 Jahren geschrieben wurden.
  • der zweite Teil, das Neue Testament, besteht aus 27 Büchern, und würde in relativ kurzer Zeit in griechischer Sprache geschrieben.

Das Alte Testament

Die Bibel verrät uns schon auf der ersten Seite, dass die Welt nicht zufällig entstanden ist und dass der Mensch das Werk eines allmächtigen Schöpfers ist. Das 1. Buch Mose erklärt nicht nur, wie es am Anfang war, sondern auch woher das ganze Leid, das wir heute kennen, wirklich kommt. Es existiert das Böse, weil der Mensch, der als Ebenbild Gottes erschaffen wurde, sich von ihm abgewandt hat. Die Bibel nennt diese Entscheidung Sünde. Die Folge davon ist der Verlust der unmittelbaren Gemeinschaft mit Gott. Trotz dieser üblen Realität hat Gott dennoch seine Schöpfung nicht aufgegeben, sondern er möchte sie in der Zukunft von dem Bösen erlösen. Das wird aber einen Preis haben (1Mo. 3,15). Die weiteren Kapitel des Buches erzählen, wie Gott, trotz zunehmenden geistlichen Verfalls der Menschheit, seinen Erlösungsplan verfolgt. Er rettet die Suchenden vor dem Gericht (Noahs Geschichte) und beruft Menschen aus reinen Gnade. Ein neues Kapitel der Weltgeschichte fängt dann mit Abraham an. Gott schließt einen Bund mit ihm und verspricht, dass in ihm alle Enden der Welt einen Segen empfangen werden. Abraham und Sara, seine Frau, bekommen einen Sohn trotz ihres hohen Alters, denn bei Gott nichts unmöglich ist.

Die Nachkommen Abrahams ziehen später nach Ägypten (Geschichte Josefs), wo sie irgendwann versklavt werden. 400 Jahre später beruft Gott Mose und führt sein Volk aus Ägypten heraus. Diese Geschichte ist das Thema vom 2.Buch Mose. Die Befreiung aus Ägypten dient als Vorschatten für die zukünftigen Erlösung, die einen universellen Ausmaß haben wird. Gott führt sein Volk durch die Wüste und gibt ihm das Gesetz am Berg Sinai. Diese Gesetz ist das Thema von 3Mose und 5Mose. Die Funktion des Gesetzes besteht nicht nur darin, Israel moralische und soziale Prinzipien zu geben, sondern es soll auch ihre Sünden aufdecken und ihnen zeigen, dass sie einen Erlöser unbedingt brauchen. Das wird klar, wenn man das ganze Opfersystem und Zeremoniell anschaut, das Gott damals verordnet hat. Im 4. Buch Mose wird hauptsächlich die Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste 40 Jahre lang erzählt.

Das Alte Testament erzählt die Geschichte des Volkes Israel, von der Befreiung aus Ägypten (ca. 15. Jht vor Christus) bis zu der Rückkehr von der Gefangenschaft in Babylon (6./5. Jht vor Christus). Das Buch Josua erzählt, wie das Volk  in das verheißene Land kam. Das Buch Richter berichtet von Ereignissen in diesem Land über einen Zeitraum von ca. 400 Jahren, bis das Königreich in Israel eingeführt wird. Der letzte Richter, Samuel, ist derjenige, der auf Gottes Befehl, einen König ernennt. Dieser erste König wird Saul sein. Saul ist aber ein König, der Gott nicht wirklich sucht. Er wird stolz und muss sterben. Er wird von David ersetzt, der das Bild eines demütigen Königs ist. (1.Samuel und 2.Samuel).

Nachfolger Davids wird Salomo. Während seiner Herrschaft kennt Israel Frieden. Aber nach seinem Tod entsteht ein Streit, der zu der Spaltung des Reiches führt. Im Norden entsteht ein Königreich aus 10 Stämmen, während im Süden das ehemalige Reich nur 2 Stämme behält (Juda und Benjamin). Diese Geschichte wird in folgenden Büchern erzählt: 1. Könige, 2. Könige, 1. Chronik, 2. Chronik.

Wegen ihres abtrünnigen Lebens werden zuerst Israel, im Norden, und dann Juda, im Süden, bestraft. Sie werden nach Assyrien bzw. Babylon verschleppt. Erst 70 Jahre später kehren sie von dort zurück. Die Rückkehr wird in den Büchern Esra, Nehemia und Esther berichtet.

Bestandteil des Alten Testaments sind auch poetische Bücher wie die Psalmen und das Hohelied, sowie die sogenannte Weisheitsliteratur. Sie umfasst Bücher wie Hiob, Sprüche und Prediger.

Im letzten Teil des Alten Testament befinden sich die sogenannten Prophetenbücher: Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja und Maleachi. Die drei ersten Bücher sind auch die längsten. Die Propheten sind Botschafter, die Gott beruft und mit einem Auftrag zu seinem Volk schickt. Sie sollen vor allem Gottes Gericht verkünden, weil das Volk sich immer wieder von Gott entfernt, aber die Propheten sollen auch Israel Trost spenden. Gott verspricht, dass er eines Tages das Herz seines Volkes verändern wird und ihnen den Messias senden. Dann werden Gerechtigkeit und Friede im Lande herrschen.

Das Neue Testament

Hauptthema des Neuen Testament ist die Erfüllung der Verheißungen, die Gott im Alten Testament dem Volk Israel gemacht hat. Die Menschen sollen nicht länger auf den angekündigten Messias warten. Er ist nämlich erschienen und sein Name ist Jesus Christus. Die Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) erzählen das Leben Jesu, zum Teil von seiner Geburt an. Mit ca. 30 Jahren fängt Jesus an, seine Botschaft zu verkünden. Das ist die Gute Nachricht. Jesus verkündigt, dass das angekündigte Reich Gottes nahe gekommen ist. In der Tradition der Propheten, die vor ihm waren, tut er Wunder und heilt Kranken. Er weckt sogar Toten auf und überzeugt seine Jünger, dass er der Sohn Gottes ist (Mt. 16,16). Dass Jesus nicht nur ein Mensch ist, sondern auch Gott, ist ein wichtiges Thema des Johannesevangelium. Jesus weckt viel Hoffnung bei seinen Nachfolgern und viele erwarten, dass das Reich Gottes sichtbar wird. Nur das Reich Jesu ist nicht von dieser Welt. Es geht für Jesus nicht darum, die Israeliten von der römischen Besatzung zu befreien, sondern zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele zu geben (Mk. 10,45). Ein großer Teil der Evangelien berichtet, wie Jesus verraten, den Leitern der Juden ausgeliefert und durch die Römer gekreuzigt wurde. Er blieb aber nicht im Grab, sondern wurde nach drei Tagen wieder lebendig.

Das nächste Buch, die Apostelgeschichte, berichtet, wie die Apostel Jesu die Kraft des Heiligen Geistes an Pfingsten empfangen haben, und trotz Verfolgung, die Gute Nachricht verbreitet haben. Das Buch endet mit der Gefangenschaft Paulus in Rom und lässt offen, wie die Geschichte weitergehen soll.

Der Rest des Neuen Testaments besteht aus Briefen der Apostel Jesu. Ein großer Teil wurde von Paulus geschrieben (Römer, 1. und 2. Korinther, Galater, Epheser, Philipper, Kolosser, 1. und 2. Thessalonicher, 1. und 2. Timotheus, Titus, Philemon). Die anderen Briefe haben Petrus, Jakobus und Johannes, so wie andere verfasst (1. und 2. Petrus, 1.,2. und 3.Johannes, Hebräer, Jakobus und Judas). Die Briefe des Neuen Testaments erinnern die Christen an das Werk Jesu, vor allem diejenigen, die neu zum Glauben gekommen sind und Jesus nicht gekannt haben. Sie ermutigen sie, gemäß der Guten Nachricht zu leben, das heißt in der Erwartung der Wiederkunft Jesu, der die Welt richten wird und die Gerechten belohnen.

Das letzte Buch der Neuen Testaments, die Offenbarung, gehört zu einer besonderen Gattung. In einem apokalyptischen Stil beschreibt Johannes, der Autor des Briefes, wie das Reich Gottes am Ende siegen wird und wie Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird. Erst dann wird Gottes Plan vollkommen erfüllt sein.