Die Bedeutung des Abendmahls

Je nachdem zu welcher christlichen Konfession man gehört, hat das Mahl des Herrn eine besondere Bedeutung. In bestimmten Gemeinden wird es wöchentlich gefeiert, in anderen nur einmal im Jahr. Bei uns, in der Immanuelgemeinde, wird das Abendmahl mindestens zweimal im Monat gefeiert.

Was ist die Bedeutung des Abendmahls? Paulus sagt im ersten Korintherbrief:

Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.  1Kor 11,23-25

Das Abendmahl ist also sowohl ein Erinnerungsmahl (Trinkt zu meinem Gedächtnis!) als auch das sichtbare Zeichen eines geistlichen Geschehnisses (der neue Bund in Jesu Blut). Während viele Gemeinde nur die Erinnerungsfunktion des Abendmahls betonen, halten wir fest daran, dass dieses Mahl auch ein Gemeinschaftsmahl mit dem auferstandenen Herrn ist. Christus ist im Abendmahl durch seinen Geist gegenwärtig und wir genießen echte Gemeinschaft mit ihm. Brot und Wein sind Zeichen geistlicher Realitäten. Zunächst will Christus unsere geistliche Speise und unser seelischer Trank sein. Dann dürfen wir sicher sein, dass alles, was Jesus aufgrund seines Gehorsams vom Vater empfangen hat, auch uns gehört. In anderen Worten werden uns seine Gerechtigkeit, seine Unsterblichkeit und sein Erbe auch geschenkt. Durch sein Leiden sind wir auch zum ewigen Leben erweckt worden.

Der Heidelberger Katechismus fasst es in der Frage 79 so zusammen:

Christus redet so nicht ohne große Ursache: Nämlich, daß er uns nicht nur damit lehren will, daß, gleich wie Brot und Wein das zeitliche Leben erhalten, so auch sein gekreuzigter Leib und vergossenes Blut die wahre Speise und Trank unserer Seele zum ewigen Leben ist (Joh. 6, 51-55); sondern vielmehr, daß er uns durch dieses sichtbare Zeichen und Pfand versichern will, daß wir so wahrhaftig an seinem wahren Leib und Blut durch Wirkung des Heiligen Geistes Anteil haben, wie wir diese heiligen Wahrzeichen mit dem leiblichen Mund zu seinem Gedächtnis empfangen (1.Kor. 10, 16-17) und daß all sein Leiden und Gehorsam so gewiß uns gehören, als hätten wir selbst in unserer eigenen Person alles gelitten und Genüge getan.