Der Galaterbrief

Obwohl kürzer, ist der Galaterbrief in manchen Hinsichten genauso wichtig wie der Brief an die Römer. Paulus erklärt in diesem Brief an die christlichen Gemeinden von Kleinasien, dass die Heiden, die zum Glauben kommen, nicht mehr unter dem Gesetz Moses stehen. Sie werden vor Gott allein durch den Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt, ohne die Werke des Gesetzes.

Paulus hat möglicherweise den Galaterbrief vor dem Konzil von Jerusalem (48/49 nach Chr.)  geschrieben und nachdem er die Region der Galater evangelisiert hat (47/48 nach Chr.).

Kappadokien

Der Brief lässt sich in folgenden Teilen gliedern:

  • Vorwort (1,1-9)
  • Wie Paulus die Wahrheit des Evangeliums verteidigt hat (1,10 - 2,21)
  • Paulus wendet sich an die Galater (3,1 - 5,12)
  • Leben durch den Geist und in der Liebe (5,13 - 6,10)
  • Letzte Warnung (6,11-18)

Zusammenfassung

In dem Vorwort stellt sich Paulus als Apostel Jesu Christi vor. Es ist der auferstandene Christus, der ihn dazu berufen hat. Paulus betont, dass Christus uns von dieser bösen Welt errettet hat. Diese Aussage ist der Kern der Guten Nachricht. Paulus betont wie wichtig, das Evangelium ist. Wenn jemand es verfälschen würde, Gottes Urteil soll ihn treffen.

Paulus erzählt, wie er sich immer wieder für diese Wahrheit eingesetzt hat. Das Evangelium ist keine menschliche Erfindung, sondern Paulus hat diese Botschaft von Jesus Christus selbst empfangen. Gott hat Paulus von seinem Irrweg geholt und ihn zum Apostel eingesetzt. Paulus musste sogar andere Apostel wie Petrus zurechtweisen, weil sie im Hinblick auf das Evangelium Kompromisse gemacht hatten. Petrus hatte nämlich in Antiochus so getan, als ob er noch unter dem Gesetz wäre, als falsche Judenchristen zu Besuch waren.

Paulus zeigt im Kapitel 3, dass Gottes Gerechtigkeit aus dem Glauben kommt und nicht aus den Werken des Gesetzes. In der Schrift finden wir zahlreiche Beweise dafür. Die Verheißung wurde Abraham auf der Grundlage seines Glaubens gegeben und nicht seiner Taten. Alle die an Christus glauben, sind Erben dieser Verheißung genauso wie Abraham. Das Gesetz diente nur als Wegbereiter. Die wahre Gerechtigkeit sollte durch Christus kommen.

Diejenigen, die durch das Gesetz gerettet werden wollen, können nicht halten, was das Gesetz verlangt. Denn nur durch den Glauben an Jesus Christus empfangen wir den Heiligen Geist, der uns befähigt, Früchte zu tragen. Das Gesetz vermag das nicht. Im Gegenteil, obwohl das Gesetz in sich gut und richtig ist, produziert es nur schlechte Früchte in uns, weil unsere abgefallene Natur ein reales Problem darstellt.

Paulus warnt in dem letzten Teil seines Briefes, dass die falschen Lehrer, welche die Galater verführen, sich nur rühmen wollen, viele Jünger gemacht zu haben. Paulus will sich seinerseits nur des Kreuzes Christi rühmen. Er ist mit Christi "gestorben" und dadurch eine neue Kreatur geworden. Der Friede Gottes, der damals an Israel versprochen wurde, kommt nur auf diejenige, die sich nach diesem Maßstab richten.

Schlüsselthemen

  1. Durch seinen Tod am Kreuz ist Jesus Christus unser Stellvertreter geworden, und kann uns wahre Freiheit schenken. (Gal. 1,4; 2,20; 3,13)
  2. Das Evangelium ist für uns Menschen, aber es kommt nicht von Menschen. Paulus hat es durch eine direkte Offenbarung von Jesus Christus empfangen. (Gal. 1,1; 1,11-12; 1,15-20)
  3. Gottes Verheißung empfangen durch den Glauben und nicht durch die Werke des Gesetzes. Es ist der Glaube allein, der uns vor Gott gerecht macht. (Gal. 2,16)
  4. Wenn ein Heidenchrist sich beschneiden lässt und jüdische Bräuche annimmt, um dadurch gerechtfertigt zu werden, fällt er vom Glauben ab und stellt sich unter den Fluch des Gesetzes, denn er ist verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten. (Gal. 2,12-14; 3,10; 4,10; 5,3)
  5. Das Alte Testament selbst bestätigt, dass Abraham durch den Glauben allein gerechtfertigt wurde. Diese Wahrheit wird auch im Buch des Propheten Habakuk betont. (1Mo. 15,6; Hab. 2,4)
  6. Das christliche Leben findet seine Kraft in dem Tod Jesu selbst. Der Christ kann deshalb nicht mehr nach den Prinzipien leben, die damals sein Leben bestimmt haben. (Gal. 5,24; 6,14)
  7. Wenn wir zu Christus gehören, stehen wir unter der Führung des Heiligen Geistes. Dieser Geist lebt in uns, stärkt unseren Glauben und befähigt uns zur Liebe. (Gal. 5,6; 5,16; 5,18; 5,25)
  8. Als Christ zu leben, bedeutet in erster Linie, Christus gefallen zu wollen statt den Menschen. Es kann dazu führen, dass wir für Christus leiden müssen. (Gal. 1,10; 6,12; 6,14)