Der Römerbrief

Der Römerbrief ist nicht wegen seiner Länge, sondern aus theologischer Sicht, der wichtigste Brief des Apostels Paulus. Man erzählt, dass Martin Luther durch diesen Brief zum Glauben gekommen ist. Paulus erklärt in diesem Brief das Evangelium, die Gute Nachricht von Jesus Christus.

Paulus schreibt den Römerbrief aus Korinth, im Jahre 57, während seiner dritten Missionsreise. Er hat sich vorgenommen, die Gemeinde in Rom zu besuchen, bevor er nach Spanien reist. Diese Gemeinde hat er selbst nicht gegründet, hat aber viel Gutes von ihr gehört. Sein Wunsch ist deshalb, den Christen in Rom das Evangelium zu entfalten. Er fasst seine Lehre des Evangeliums im Vorfeld in einem langen Einschub (vom Kap 1, Vers 18 bis Kap 11, Vers 36), bevor er im Kap 12 zur Praxis kommt. Für Paulus kann es keine wahre Glaubenspraxis geben, wenn man das Evangelium nicht vorher verstanden hat.

Rom

Der Römerbrief gliedert sich wie folgt:

  • Gottes Gerechtigkeit wird im Evangelium offenbart (1,1-17)
  • Gott ist zornig auf die Sünder (1,18 - 3,20)
  • Gottes Gerechtigkeit in Jesus Christus gilt für Juden und Heiden (3,21 - 4,25)
  • Die Gerechtigkeit aus Glauben schafft Hoffnung (5,1 - 8,39)
  • Gottes Gerechtigkeit und die Zukunft Israels (9,1 - 11,36)
  • Gottes Gerechtigkeit im Alltag (12,1 - 15,13)
  • Der Fortschritt des Evangeliums durch Paulus Mission (15,14 - 16,24)
  • Schlusswort (16,25-27)

Zusammenfassung

Gottes Gerechtigkeit wird im Evangelium offenbart

Was macht uns selig? Paulus macht deutlich, dass der Glaube allein uns vor Gott gerecht macht. Das bezeugt die Bibel. Wie entsteht dieser Glaube? - Durch die Verkündigung des Evangeliums!

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.

Gott ist zornig auf die Sünder

Paulus legt die Grundlagen des Evangeliums dar. Er betont nicht in erster Linie die Liebe Gottes, sondern die Tatsache, dass Gott zornig auf die Menschen ist, weil sie sich gegen ihn aufgelehnt haben. Es gibt keine Ausnahme: nicht nur die gottlosen Heiden sind schuldig, sondern auch die frommen Juden, weil sie andere verurteilen, tun aber das gleiche. Der Mensch kann Gott keinen Vorwurf machen. Er hat in Wirklichkeit keine Entschuldigung.

Gottes Gerechtigkeit in Jesus Christus gilt Juden und Heiden

Gibt es einen Ausweg aus dieser Krise? Ja, durch den Glauben an Jesus Christus. Das ist, was Paulus bereits am Anfang gesagt hat. Dieser Erlösungsweg steht in Übereinstimmung mit dem Alten Testament. Paulus zeigt, dass auch Abraham durch den Glauben gerechtfertigt wurden und nicht durch Werke. Die Beschneidung, Siegel der Gerechtigkeit, hat er als Zeugnis empfangen, nachdem er geglaubt hat und nicht vorher.

Die Gerechtigkeit aus Glauben schafft Hoffnung

Gerechtigkeit aus Glauben schafft Frieden mit Gott und Hoffnung. Wie können wir sicher sein, dass Gott uns wirklich liebt? Wenn Gott seinen Sohn gegeben hat, als wir noch seine Feinde waren, liebt er uns umso mehr jetzt, dass wir mit ihm versöhnt sind.

Jesus Christus hat die Folgen des Sündenfalls rückgängig gemacht. Gott ist dabei, etwas Neues zu schaffen. Der Christ kann nicht mehr leben, wie er bisher gelebt hat. Durch die Taufe ist er mit Christus gestorben und lebt ein neues Leben. Sicherlich hängt die Sünde noch an ihm, aber durch den Heiligen Geist, der in ihm wohnt, kann er jetzt für Gott leben.

Gottes Gerechtigkeit und die Zukunft Israels

Eine wichtige Frage ist: Warum glauben die meisten Juden nicht an das Evangelium? Paulus zeigt, dass die Juden einen anderen Weg suchen. Sie wollen ihre Werke gelten lassen. Das funktioniert aber nicht. Was ist aber mit Gottes Verheißungen an die Väter? Sind sie nichtig geworden. Paulus antwortet mit einem klaren Nein. Paulus zeigt, dass Gottes Wahl entscheidend ist. Gott hat nicht alle Israeliten erwählt, sondern nur einen Teil. In der Endzeit werden sich aber viele im Volk Israel bekehren, nachdem alle erwählte Heiden gerettet worden sind.

Gottes Gerechtigkeit im Alltag

Paulus betont, dass Gottes Barmherzigkeit Folgen haben sollte. Wenn er uns so geliebt hat, dann sollen wir ihm unser Leben zur Verfügung stellen. Diese Hingabe soll sich im Leben eines Christen durch neue Charaktereigenschaften zeigen.

Der Fortschritt des Evangeliums durch Paulus Mission

Paulus ist stolz auf das, was Gott durch ihn geleistet hat. Er hat sehr konsequent seinen Auftrag erfüllt, damit das Evangelium an die Heiden gelangt, wie die Schrift prophezeit hat.

Schlusswort

 Paulus beendet seinen Brief mit Lobpreis. Er preist Gott dafür, dass er nach seiner Verheißung das Evangelium offenbart hat.

Schlüsselthemen

  1. Alle Menschen ohne Ausnahme haben gesündigt und müssen deshalb von der Last ihrer Sünden befreit werden. (Röm. 1,18; 3,11-12; 5,12)
  2. Das mosaische Gesetz, obwohl gut und heilig, kann nicht verhindern, dass wir sündigen. (Röm. 2,12-29; 3,9-20; 5,20; 7,1-25)
  3. Durch die Gerechtigkeit, die in dem Evangelium offenbar wird, wird die Sünde gerichtet und Erlösung angeboten. (Röm. 3,21-26; 5,12-19; 6,1-10; 7,1-6; 8,1-4)
  4. Mit dem Kommen Christi hat die Heilsgeschichte ihren Höhepunkt erreicht. Ein neues Zeitalter hat begonnen. (Röm. 1,1-7; 3,21-26; 5,1-8)
  5. Der stellvertretende Tod Christi am Kreuz ist der zentrale Punkt des Heilsplan Gottes. (Röm. 4,23-25; 5,6-11; 6,1-10)
  6. Rechtfertigung ist nur durch den Glauben an Jesus möglich. (Röm. 3,21-26)
  7. Es gibt eine herrliche Hoffnung für diejenigen, die in Christus sind. (Röm. 5,1-8)
  8. Die Menschen, die mit Christus "gestorben" sind und in denen der Heilige Geist wirkt, sind zu einem neuen Leben befähigt. (Röm. 8,1-39)
  9. Gott führt seinen Heilsplan souverän aus. Sein Ratschluss soll bestehen bleiben. (Röm. 9,1-11)
  10. Gott erfüllt die Verheißungen, die er dem Volk Israel gemacht hat. Auch die Heiden erben solche Verheißungen. (Röm. 15,8-13)
  11. Die Gnade Gottes verpflichtet uns zu einem heiligen Leben, zum Dienst und zur Liebe. Als Staatsbürger sollen wir beispielhaft sein. (Röm. 12,1-13)