Was ist das Evangelium?

Das deutsche Wort Evangelium kommt von dem griechischen Euangelion und bedeutet Siegesnachricht. Der Begriff kommt aus dem Militärvokabular und wurde verwendet, als es darum ging, einen Sieg über die Feinde zu verkünden. Die Autoren des Neuen Testament machen sich das Wort zu Eigen, um den größten Sieg der Geschichte zu verkünden: den Sieg Jesu Christi über die Sünde und den Tod.

Evangelium

Aber was ist das Evangelium genau? Es gibt heute viele Definitionen davon. Man hört zum Beispiel, dass Christen das Evangelium leben sollen. Sie sollen sich nach dem Vorbild Jesu verhalten. Dass wir Jesus nachahmen sollen, ist sicherlich richtig, aber das ist nicht das Evangelium. Bei der Guten Nachricht geht es nämlich um Dinge, die Jesus Christus selbst für uns getan hat und die wir nicht wiederholen können. Wir werden aufgefordert, an diese Taten zu glauben, weil sie für uns lebensnotwendig sind. Dabei geht es nicht in erster Linie um das jetzige Leben, sondern um das ewige Leben bei Gott.

Das Evangelium sagt die Wahrheit über Gott, über uns selbst, über Christus und über die Errettung.

Die Wahrheit über Gott

Was wissen wir über Gott? Wir würden sehr wenig über ihn wissen, wenn die Bibel uns nicht berichten würde, wer Gott ist und wie er in der Geschichte handelt. Gott offenbart sich als der allmächtige Schöpfer des Universums. Seit Ewigkeit her ist er vollkommen gut, heilig und gerecht. Dass er allmächtig und Schöpfer aller Dinge ist, fällt sofort auf, wenn wir die Natur betrachten (Römer 1, 20). Die Bibel sagt aber auch, dass Gott ein heiliger Gott ist. Er ist heilig, d.h ganz anders als wir uns vorstellen können und ihn können wir nicht manipulieren. Wir dürfen ihn nicht auf den Status eines Idols herabsetzen. Das ist das, was im Vater Unser gemeint ist, wenn wir beten: Dein Name werde geheiligt.

Gott ist auch ein Gott der Liebe. Seine Liebe ist keine billige Liebe. Gott ist kein schwacher Gott, der die Menschen mit seiner Liebe werben will. In Wirklichkeit braucht er sie nicht, denn er findet in sich selbst genug Grund zu lieben (der Vater liebt den Sohn seit Ewigkeit her). Gott ist so reich an Liebe, dass er für die Menschen viel davon übrig hat. Wenn Gott die Menschen liebt, ist er bereit, das kostbarste für sie zu geben, auch wenn diese Menschen gegen ihn rebelliert haben:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Johannes 3, 16

Die Wahrheit über den Menschen

Wir wurden als verantwortliche Wesen geschaffen, um unserem Schöpfer frei zu dienen und seine Liebe zu genießen. Unsere ersten Vorfahren, und anschließend wir, haben dennoch Gott den Rücken gekehrt. Die Folgen von diesem Ungehorsam sind die Trennung von ihm und die Sündhaftigkeit unserer jetzigen Natur. Gott redet trotzdem immer noch zu uns durch das Gewissen, welches uns verurteilt, und vor allem durch sein geoffenbartes Wort, die Bibel. Gott zeigt uns durch sein Gesetz wie er ist und was er von uns verlangt. Seine Gebote sind gut und gerecht. Wer sie erfüllen könnte, würde leben. Wegen unserem sündigen Zustand können wir aber die Anforderungen des Gesetzes nicht erfüllen und machen uns vor Gott noch mehr schuldig. Der Mensch, der deshalb Gottes Liebe annehmen will, muss verstehen, in welchem verzweifelten Zustand er sich befindet. Er geht aufgrund seiner Sünde ewig verloren und ist jetzt schon von Gott völlig getrennt. Wenn er weiter macht, wird er am Ende seines Lebens vor einem ewigen Richter stehen.

...sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten...  Römer 3, 23

Die Konsequenz für unsere zahlreichen Übertretungen ist der ewige Tod. Wir werden eine Ewigkeit lang den gerechten Zorn Gottes spüren müssen.

Die Wahrheit über Christus

In seiner Liebe hat sich der dreieinige Gott einen Rettungsplan ausgedacht. Die zweite Person der Dreifaltigkeit, der Sohn Gottes, war vom Anfang an bereit, diesen Plan zu erfüllen. Als die Zeit gekommen ist, ist Gottes Sohn von einer Frau geboren und wahrer Mensch geworden. Der Sohn wurde ein Mensch so wie wir, aus Fleisch und Blut, ohne jedoch unsere sündige Natur zu erben. Jesus Christus hat unter dem Gesetz gelebt und war sein Leben lang vollkommen gehorsam. Nie hat er ein einziges Gebot übertreten, obwohl er uns in allem ähnlich war.

Jesus Christus ist kein Mensch, der die Gesellschaft seiner Zeit reformieren wollte, wie viele denken. Er hat dabei nicht versagt. Nein, sein Ziel war von Anfang an, die Menschen von ihren Sünden zu erlösen. Den enttäuschten Jüngern von Emmaus erklärte er, was die Heilige Schrift über ihn sagte: Christus musste sterben, damit durch ihn die Forderungen des Gesetzes erfüllt werden und er ein Stellvertreter für die Menschen werden konnte. Um ein alttestamentliche Bild zu verwenden, Jesus ist das Lamm Gottes, dass sein Leben für die Schuldigen opfert, damit sie nicht durch den Engel der Zerstörung vernichtet werden.

Am dritten Tag ist Jesus Christus von den Toten auferstanden. Diese Auferstehung ist der eigentliche Sieg über die Sünde und den Tod. Sie zeigt, dass Gott der Vater mit dem zufrieden ist, was sein Sohn getan hat.

Die Wahrheit über die Errettung

Man wird nicht Gottes Freund, weil man denkt, dass es ihn gibt und Jesus Christus ein toller Mensch war. Es reicht auch nicht, "sich einmal für Jesus zu enstcheiden" oder sein Vorbild nachzuahmen. Im Gleichnis vom Sämann erzählt Jesus, dass viele Menschen “wetterwendisch” sind. Sie entscheiden sich mit Freude und spüren eine gewisse Begeisterung für Gott, aber wenn die Umstände ungünstig sind, fallen sie wieder ab.

Erlösung ist in Wirklichkeit ein Wunder, das der Mensch aus eigener Kraft nicht bewirken kann. Es ist ein Wunder, das Gott vollzieht, wenn ein Mensch kapituliert und sein volles Vertrauen auf Jesus setzt. Es geschieht, wenn dieser Mensch glaubt, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist. Die ersten Christen wussten, welche Konsequenzen diese Entscheidung hatte. Heute noch, in vielen Ländern, müssen Christen ihre Nachfolge mit dem Leben bezahlen. Einen solchen Schritt kann man nicht mit einer Versicherung vergleichen, die man abschließt, um mehr Sicherheit zu haben, falls es doch ein Leben nach dem Tod gibt. Er bedeutet, dass man mit Jesus zu seinem alten Leben gestorben ist und von nun an mit ihm leben will.